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Der erste Generalversammlungsbericht der "Baugenossenschaft München des Bayrischen Post- und Telegraphenverbandes" datiert auf den März 1909. In ihm heißt es: "Auf dem Wege der Selbsthilfe wollen die Postbediensteten die Wohnungsnot und das Wohnungselend ihrer Kollegen möglichst beseitigen. Die Mitglieder der Genossenschaft sollen dem stetigen Wohnungswechsel und der Mietpreissteigerei enthoben werden". Das Konzept geht auf. "Der Gedanke der Selbsthilfe hat bei dem Postpersonal volles Verständnis gefunden. Innerhalb von acht Monaten sind (...) über 500 Mitglieder beigetreten und haben in dieser kurzen Zeit schon über 20.000 Mark an Genossenschaftsanteilen einbezahlt (...) Bereits ein halbes Jahr nach Gründung konnte die Vorstandschaft mit einem fertigen Projekt vor eine große Postbediensteten-Versammlung hintreten".
Als erstes Projekt errichtet die Genossenschaft auf einem der Spatenbrauerei günstig abgekauften Grundstück zwischen Arnulf-, Birker- und Weiglstraße 13 Häuser mit 158 Wohnungen. Das ist aber bei weitem nicht genug. 622 Postbedienstete suchen 1913 dringend eine Wohnung. Deshalb beginnt im selben Jahr an der Renata-, Schäringer- und Schlörstraße das zweite Bauvorhaben. Auf diesem Erbbaugrundgelände der Reichspostdirektion München entstehen neun Häuser mit 87 Wohnungen, die am 1. Mai 1914 bezugsfertig sind. Noch immer besteht Bedarf, doch werden die Aktivitäten bald durch Auswirkungen weltpolitischer Ereignisse empfindlich gestört.
Kaum ein viertel Jahr nach Fertigstellung des Projektes an der Renatastraße beginnt mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 24. Juli 1914 der erste Weltkrieg. Er bringt die Planungs- und Bautätigkeit der Genossenschaft zum Erliegen. Die Mitgliederzahl stagniert, die meisten Genossenschaftsmitglieder werden zum Wehrdienst einberufen. Diese Zeit des Stillstands ändert sich mit Kriegsende - jedoch nicht zum Besseren. Nach 1916 steigert sich die Wohnungsnot erneut dramatisch. Durch den Ausbau von Dachgeschossen und dem Neubau von "Kleinwohnungen" - die ihrem Namen alle Ehre machen - wird von öffentlicher Seite mehr oder weniger vergeblich versucht, der Lage Herr zu werden. Die Rahmenbedingungen sind dabei denkbar schlecht, die wirtschaftliche Gesamtsituation verheerend.